Inkasso-Betrug post e-mail
Falsche Inkasso-Forderung: Mahnung für nie bestellte Ware
Falsche Inkasso-Forderungen sind eine Betrugsform, bei der Verbraucher Mahn- oder Inkassoschreiben für eine Bestellung oder einen Vertrag erhalten, die sie nie abgeschlossen haben. Unter Androhung eines Schufa-Eintrags oder eines Gerichtsvollziehers sollen sie eine Forderung begleichen, obwohl kein wirksamer Vertrag zustande gekommen ist — oft, weil ihre Daten missbraucht wurden.
Schon reagiert? Direkt zur Soforthilfe „Ich habe Geld überwiesen"Woran erkennst du sie?
- Rechnung, Mahnung oder Inkassoschreiben für eine Ware oder Dienstleistung, an deren Bestellung sich der Empfänger nicht erinnern kann
- Absender ist ein unbekanntes Inkassounternehmen mit offiziell klingendem, aber nicht überprüfbarem Namen
- Drohung mit Schufa-Eintrag, Gerichtsvollzieher oder gerichtlichem Mahnverfahren bei Nichtzahlung innerhalb kurzer Frist
- Kein nachvollziehbarer Nachweis über Vertragsschluss, Lieferung oder Leistungserbringung wird mitgeliefert
- Häufig Folge von Identitätsdiebstahl: Betrüger haben mit fremden Namen und Adressdaten in einem Onlineshop bestellt oder einen Vertrag abgeschlossen
- Auffällige Rechtschreib- oder Formatierungsfehler, unklare oder ausländische Kontoverbindung
Typischer Ablauf
- Täter bestellen Ware oder schließen online einen Vertrag unter fremdem Namen und fremder Adresse ab
- Die Lieferung wird abgefangen oder geht ins Leere, die Rechnung geht jedoch an die echte Person mit den missbrauchten Daten
- Nach ausbleibender Zahlung folgt ein Mahn- oder Inkassoschreiben mit Drohungen
- Aus Verunsicherung zahlen manche Betroffene die angebliche Forderung, obwohl sie nie bestellt haben
- Teils folgen weitere Mahnungen oder Forderungen, um zusätzlichen Druck aufzubauen
Typische Formulierungen der Täter
Sinngemäß wiedergegeben, keine wörtlichen Originalzitate.
- „Trotz mehrfacher Mahnung ist die Zahlung nicht bei uns eingegangen — bei Nichtzahlung innerhalb von 7 Tagen erfolgt ein Eintrag bei der Schufa und die Einschaltung des Gerichtsvollziehers“
- Rechnung für eine angeblich bestellte Ware, an die sich der Empfänger nicht erinnern kann, mit sofort fälligem Zahlungsziel
- Inkassoschreiben ohne nachvollziehbare Vertrags- oder Bestellnummer, aber mit hohem Mahn- und Verzugskosten-Aufschlag
Was tun, wenn du schon reagiert hast?
Jetzt zählt Geschwindigkeit
- Nicht vorschnell zahlen, sondern der Forderung schriftlich und fristgerecht widersprechen
- Vom Inkassounternehmen den Nachweis des ursprünglichen Vertragsschlusses verlangen
- Bereits geleistete Zahlungen dokumentieren und beim Inkassounternehmen sowie beim ursprünglichen Gläubiger schriftlich zurückfordern
- Bei Verdacht auf Identitätsdiebstahl Strafanzeige bei der Polizei erstatten und eine eigene Auskunft bei der Schufa einholen
- Musterbriefe und den Inkasso-Check der Verbraucherzentrale nutzen, im Zweifel Beratung in Anspruch nehmen
Verwandte Maschen
- Phishing mit gefälschten Bußgeldbescheiden
- Rentenpunkte-Betrug: Falsche Rentenberatung gegen Gebühr
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- Unberechtigte Konto-Abbuchungen: Fremde SEPA-Lastschriften mit erbeuteter IBAN
- Dreiecksbetrug: Das Geld geht an einen echten Verkäufer, die Ware an den Täter
- Falsche Verbraucherzentrale: Anrufe, Mails und Websites im Namen der Verbraucherschützer
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Quellen
- Verbraucherzentrale — Rechnung bekommen, aber nichts bestellt: was kann und sollte ich tun?
- Verbraucherzentrale Bremen — Große Schnauze und nix dahinter: unseriöse Inkassoforderungen erkennen
- Verbraucherzentrale Niedersachsen — Identitätsdiebstahl: Unerklärliche Post vom Inkassounternehmen, so reagieren Sie richtig
Redaktionell geprüft, Stand 8.8.2026. Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung — bei Rechtsfragen hilft die Soforthilfe-Strecke mit Verweis auf Anwalt und Verbraucherzentrale.