CEO-Fraud: Wenn die 'Chef-Anweisung' gefälscht ist
CEO-Fraud ist eine Betrugsform, bei der sich Angreifer als Geschäftsführung oder Vorgesetzte ausgeben — per E-Mail, WhatsApp oder gefälschtem Anruf/Video — und Mitarbeitende zu einer eiligen, vertraulichen Überweisung außerhalb der üblichen Freigabewege drängen.
Das Problem
CEO-Fraud trifft gezielt Mitarbeitende mit Zahlungsbefugnis — Buchhaltung, Assistenz der Geschäftsführung, Finance-Teams. Die Angreifer recherchieren vorab über LinkedIn, Impressum und Presseartikel, wer wen vertritt und wann die echte Geschäftsführung reist — genau dann kommt die gefälschte Anweisung, wenn ein Rückruf am schwersten fällt.
Typischer Ablauf des Angriffs
- Vorab-Recherche: Organigramm, Reisezeiten der Geschäftsführung, Sprachstil aus öffentlich verfügbaren Quellen
- Kontaktaufnahme über einen kompromittierten oder täuschend ähnlichen E-Mail-Account, oder per WhatsApp von einer neuen, angeblich privaten Nummer der Geschäftsführung
- Aufbau von Dringlichkeit und Vertraulichkeit: 'streng vertraulich', 'nur telefonisch/schriftlich, keine Rückfragen im Team'
- Bei fortgeschrittenen Fällen: gefälschter Videoanruf oder KI-nachgeahmte Stimme der Geschäftsführung zur Bestätigung
- Forderung nach einer eiligen Überweisung, oft an ein ausländisches Konto, mit Verweis auf eine Übernahme, Vertragsstrafe oder ähnliches
Prozess-Gegenmaßnahme
- Vier-Augen-Prinzip für Überweisungen ab einer festgelegten Schwelle, ohne Ausnahme — auch nicht 'für den Chef'
- Rückrufverifikation ausschließlich über eine vorab bekannte, im System hinterlegte Nummer — nie über eine Nummer aus der verdächtigen Nachricht selbst
- Feste Regel: Zahlungsanweisungen per E-Mail/Messenger allein sind nie ausreichend, unabhängig vom Ton oder der behaupteten Dringlichkeit
- Geschäftsführung kommuniziert intern offen, dass sie nie eine eilige Zahlungsanweisung ohne den üblichen Freigabeweg verlangt — das nimmt Mitarbeitenden die Angst, 'Nein' zu sagen
- Ungewöhnliche Kontoverbindungen (neu, ausländisch, abweichend vom Stammdatensatz) lösen automatisch eine Zweitprüfung aus
Quellen
Stand 8.8.2026.