Fake-Anwaltsschreiben post e-mail
Fake-Inkasso-Anwaltskanzlei: Mahnschreiben nicht existierender Kanzleien mit frei erfundener Forderung
Fake-Inkasso-Anwaltskanzlei ist eine Betrugsform, bei der Kriminelle im Namen einer frei erfundenen oder mit falschen Kontaktdaten missbrauchten echten Anwaltskanzlei Mahn- oder Forderungsschreiben per Post oder E-Mail verschicken. Behauptet werden völlig frei erfundene Ansprüche, etwa angebliche Vertragsstrafen oder DSGVO-Verstöße, verbunden mit der Drohung gerichtlicher Schritte, um Betroffene zu einer schnellen Zahlung zu bewegen.
Schon reagiert? Direkt zur Soforthilfe „Ich habe Geld überwiesen"Woran erkennst du sie?
- Schreiben trägt Briefkopf, Logo und Aktenzeichen einer Kanzlei, die entweder frei erfunden ist oder deren Namen und Adressdaten missbraucht wurden
- Genannte Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte sind laut Bundesweitem Amtlichem Anwaltsverzeichnis nicht zugelassen oder nicht Mitglied der genannten Kammer
- Angegebene Telefonnummer führt nur zu einer generischen Mailbox-Ansage ohne erkennbaren Kanzleibezug
- Betreffzeile wie „Vorgerichtliche Mahnung“, verbunden mit einer frei erfundenen Forderung ohne nachvollziehbaren Vertrags- oder Warenbezug
- Zahlung soll per Lastschrift oder Überweisung an ein Unternehmen erfolgen, das ebenfalls nicht existiert
- Kommunikation läuft nicht über das besondere elektronische Anwaltspostfach (beA), sondern über ungewöhnliche Kanäle wie private E-Mail-Adressen
Typischer Ablauf
- Kriminelle erstellen ein professionell gestaltetes Mahn- oder Forderungsschreiben mit Logo, Briefkopf und Aktenzeichen einer erfundenen oder missbrauchten Kanzlei
- Das Schreiben behauptet eine frei erfundene Forderung, etwa aus einer angeblichen Vertragsstrafe oder einem angeblichen Rechtsverstoß, ohne dass ein realer Vertrag oder Kauf zugrunde liegt
- Durch Fristsetzung und Androhung gerichtlicher Schritte wird Druck aufgebaut, schnell und ohne Prüfung zu zahlen
- Die geforderte Zahlung soll auf ein Konto eines ebenfalls erfundenen Unternehmens erfolgen
- Bei Rückfragen führt die angegebene Telefonnummer nur zu einer unpersönlichen Mailbox oder bleibt unbeantwortet
- Nach Zahlungseingang bricht der Kontakt ab, teils folgen weitere Schreiben mit neuen erfundenen Forderungen
Typische Formulierungen der Täter
Sinngemäß wiedergegeben, keine wörtlichen Originalzitate.
- „Vorgerichtliche Mahnung“ als Betreff eines Schreibens einer nicht existierenden Kanzlei mit erfundenem Aktenzeichen
- Forderungsschreiben, das einen angeblichen Verstoß gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) behauptet und mit rechtlichen Konsequenzen droht, falls nicht umgehend gezahlt wird
- Aufforderung, den Betrag „zur Vermeidung weiterer Kosten und eines gerichtlichen Mahnverfahrens“ innerhalb weniger Tage zu überweisen
Was tun, wenn du schon reagiert hast?
Jetzt zählt Geschwindigkeit
- Zulassung der genannten Anwältin oder des genannten Anwalts im Bundesweiten Amtlichen Anwaltsverzeichnis (BRAV) sowie bei der zuständigen Rechtsanwaltskammer überprüfen
- Keine Zahlung leisten, solange die Forderung und der Absender nicht zweifelsfrei überprüft sind
- Bei begründetem Verdacht auf ein Fake-Schreiben Kontakt zur echten, im Schreiben genannten Kanzlei über deren offiziell recherchierte Kontaktdaten aufnehmen, nicht über die im Schreiben angegebenen
- Vorfall der zuständigen Rechtsanwaltskammer oder der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) melden
- Anzeige bei der Polizei erstatten und das Schreiben als Beweismittel aufbewahren
- Bei bereits erfolgter Zahlung die eigene Bank umgehend kontaktieren und um Rückbuchungsversuch bitten
Verwandte Maschen
- Phishing mit gefälschten Bußgeldbescheiden
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- Fake-Rechnungen für Markenschutz und Domain-Registrierung
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Quellen
- Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) — Warnung vor vorgeblichen „Mahnschreiben“ einer nicht existierenden Münchner Anwaltskanzlei
- Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) — Betrugsversuche von Fake-Kanzleien: BRAK gibt Handlungsempfehlungen
- Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) — Warnung vor falscher Anwaltskanzlei Schirmer Rechtsanwaltschaft mbH
Redaktionell geprüft, Stand 9.8.2026. Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung — bei Rechtsfragen hilft die Soforthilfe-Strecke mit Verweis auf Anwalt und Verbraucherzentrale.