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Ist das Betrug?
Fake-Kanzlei e-mail website

Fake-Kanzleien mit Insolvenz-Schnäppchen: Restposten, die es nie gab

Das Insolvenz-Schnäppchen der Fake-Kanzlei ist eine Betrugsform, bei der unaufgefordert E-Mails eingehen, die stark vergünstigte Restposten aus einer angeblichen Insolvenzauflösung anbieten. Die Absender geben sich als Rechtsanwaltskanzlei oder Insolvenzverwaltung aus und betreiben dafür eigens gefälschte Kanzlei-Websites. Bezahlt wird per Vorkasse, geliefert wird nie.

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Woran erkennst du sie?

  • Der Erstkontakt ist eine unaufgeforderte E-Mail — man hat weder angefragt noch eine Geschäftsbeziehung zu der genannten Kanzlei
  • Angeboten werden Waren aus einer angeblichen Insolvenzmasse zu Preisen deutlich unter Marktniveau; dokumentiert sind unter anderem Verbrauchsmaterialien, Werkzeuge und Solar-Material, ebenso größere Restbestände, Maschinen und Einrichtungsgegenstände
  • Die Absender stellen sich als Rechtsanwaltskanzlei, Insolvenzverwaltung oder Sanierungsexperten dar und verweisen auf eine professionell und authentisch wirkende Kanzlei-Website
  • Für diese Fassade werden Name und Anschrift real zugelassener Anwältinnen und Anwälte übernommen, dazu Fotos, Umsatzsteuer- und Handelsregisternummern; abweichend sind meist nur Telefonnummer, E-Mail-Adresse und die biografischen Angaben
  • Zunehmend liegen den Angebotsschreiben gefälschte Gerichtsbeschlüsse über ein angeblich eröffnetes Insolvenzverfahren bei
  • Bezahlt werden soll ausschließlich per Vorkasse; die Lieferung wird als kostenlose Speditionslieferung angekündigt
  • Eine persönliche Abholung oder Besichtigung wird abgelehnt, oft mit dem Verweis auf den Schutz der Insolvenzmasse
  • Genannte Speditionen oder Abwicklungsfirmen existieren teils gar nicht mehr oder sind laut Handelsregister längst liquidiert

Typischer Ablauf

  1. Die Täter registrieren eine Domain, die einer echten Kanzlei- oder Firmenadresse ähnelt, und bauen darunter eine professionell wirkende Kanzlei-Website auf
  2. Für das Impressum übernehmen sie Namen, Anschrift und Registerdaten real zugelassener Anwältinnen und Anwälte, hinterlegen aber eigene Telefonnummern und E-Mail-Adressen
  3. Unaufgefordert gehen E-Mails mit einer detaillierten Bestandsliste heraus, in denen Waren aus einer angeblichen Insolvenzauflösung zu auffällig günstigen Preisen angeboten werden; teils liegt ein gefälschter Insolvenzbeschluss bei
  4. Wer sich meldet, erhält plausibel wirkende Abwicklungsdetails: kostenlose Speditionslieferung, aber Zahlung ausschließlich per Vorkasse, und keine Abholung wegen des Schutzes der Insolvenzmasse
  5. Nach der Überweisung bleibt die Lieferung aus, Rückfragen werden vertröstet oder gar nicht mehr beantwortet
  6. Die Website verschwindet oder taucht unter einer anderen Adresse mit derselben Masche wieder auf; die echte Kanzlei, deren Identität missbraucht wurde, erfährt oft erst durch Beschwerden davon

Typische Formulierungen der Täter

Sinngemäß wiedergegeben, keine wörtlichen Originalzitate.

  • „Im Rahmen der Insolvenzauflösung eines Fachbetriebs verwerten wir kurzfristig den Restbestand. Anbei die vollständige Bestandsliste mit Verbrauchsmaterial, Werkzeugen und Solar-Material.“
  • „Die Lieferung erfolgt kostenfrei per Spedition. Aus Gründen des Schutzes der Insolvenzmasse ist eine persönliche Abholung oder Besichtigung leider ausgeschlossen.“
  • „Zur Reservierung der Ware bitten wir um Zahlung des Rechnungsbetrags per Vorkasse auf das unten angegebene Konto.“
  • E-Mail mit angehängtem, offiziell aussehendem „Beschluss des Amtsgerichts“ über ein angeblich eröffnetes Insolvenzverfahren
  • Impressum einer Kanzlei-Website, in dem Name und Anschrift stimmen, Telefonnummer und E-Mail-Adresse aber von den Angaben im amtlichen Anwaltsverzeichnis abweichen

Was tun, wenn du schon reagiert hast?

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Quellen

Redaktionell geprüft, Stand 9.8.2026. Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung — bei Rechtsfragen hilft die Soforthilfe-Strecke mit Verweis auf Anwalt und Verbraucherzentrale.