Zahlungsbetrug e-mail
Payment-Diversion-Fraud: Die gefälschte Bankverbindung in der Lieferantenrechnung
Payment-Diversion-Fraud ist eine Betrugsform, bei der Kriminelle sich in die E-Mail-Kommunikation zwischen einem Unternehmen und einem echten Lieferanten oder Dienstleister einschalten und mitten im laufenden Schriftverkehr eine angeblich geänderte Bankverbindung mitteilen. Die Buchhaltung überweist daraufhin eine tatsächlich bestehende, offene Rechnung nicht an den echten Lieferanten, sondern auf ein Betrügerkonto.
Schon reagiert? Direkt zur Soforthilfe „Ich habe Geld überwiesen"Woran erkennst du sie?
- Nachricht meldet unerwartet eine geänderte Bankverbindung des Rechnungsstellers, oft mitten in einem bestehenden E-Mail-Verlauf mit einem bekannten Geschäftspartner
- Die zugrunde liegende Forderung ist real — nur die mitgeteilte Kontoverbindung wurde ausgetauscht
- Kriminelle haben sich zuvor unbemerkt Zugriff auf ein E-Mail-Postfach oder einen Mailserver eines der Beteiligten verschafft und fangen dort relevante Rechnungs-E-Mails ab
- Teils werden zusätzlich gefälschte Dokumente per Briefpost nachgereicht, um die manipulierte E-Mail-Kommunikation glaubwürdiger wirken zu lassen
- Bei genauer Prüfung sind Absenderadresse oder Domain minimal verändert oder es fehlt eine plausible Erklärung für den Bankwechsel
- Mit der seit 2025 stufenweise verpflichtenden E-Rechnung im B2B-Geschäftsverkehr sind zunehmend auch manipulierte digitale Rechnungsformate im Umlauf
Typischer Ablauf
- Kriminelle verschaffen sich Zugriff auf das E-Mail-Postfach oder den Mailserver eines Lieferanten, Dienstleisters oder Kunden, etwa durch Phishing oder gehackte Zugangsdaten
- Sie beobachten unbemerkt den laufenden Geschäftsverkehr und identifizieren offene Rechnungen mit anstehender Zahlung
- In die bestehende E-Mail-Kette wird eine gefälschte oder inhaltlich veränderte Nachricht eingeschleust: Der Rechnungssteller habe angeblich seine Bankverbindung geändert
- Teils folgen zusätzlich gefälschte Dokumente per Post, um die Änderung zu untermauern
- Die Buchhaltung des Kunden überweist die tatsächlich fällige Rechnungssumme auf das neue, in Wahrheit betrügerische Konto
- Der Betrug fällt meist erst auf, wenn der echte Lieferant die weiterhin offene Zahlung anmahnt
Typische Formulierungen der Täter
Sinngemäß wiedergegeben, keine wörtlichen Originalzitate.
- „Wir haben unsere Bankverbindung geändert. Bitte nutzen Sie ab sofort das folgende Konto für die Begleichung der offenen Rechnung.“
- „Aufgrund eines Wechsels unserer Hausbank bitten wir Sie, die anstehende Zahlung auf das unten genannte neue Konto zu überweisen.“
Was tun, wenn du schon reagiert hast?
Jetzt zählt Geschwindigkeit
- Sofort die eigene Hausbank kontaktieren und um Rückruf beziehungsweise Stopp der Überweisung bitten
- Den vermeintlichen Rechnungssteller ausschließlich über einen unabhängig recherchierten, bereits bekannten Kommunikationsweg (z. B. Telefonnummer aus früherer Korrespondenz, nicht aus der verdächtigen E-Mail) kontaktieren und die Kontoänderung verifizieren
- Anzeige bei der Polizei beziehungsweise der Zentralen Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) des zuständigen Landeskriminalamts erstatten
- Betroffene E-Mail-Konten auf unbefugten Zugriff prüfen, Passwörter ändern und den IT-Sicherheitsvorfall intern dokumentieren
- Buchhaltung und Einkauf sensibilisieren und künftig ein Vier-Augen-Prinzip sowie eine telefonische Rückbestätigung bei jeder Änderung von Zahlungsdaten einführen
Verwandte Maschen
Quellen
- IHK Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim — Warnung: Betrug durch Austausch der Bankverbindung
- IHK München — Achtung, manipulierte E-Rechnung!
Redaktionell geprüft, Stand 8.8.2026. Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung — bei Rechtsfragen hilft die Soforthilfe-Strecke mit Verweis auf Anwalt und Verbraucherzentrale.