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Ist das Betrug?
Vollmachtsmissbrauch vor-ort

Vollmachtsmissbrauch bei Senioren: Wenn vermeintlich hilfsbereite Bekannte Konten plündern

Vollmachtsmissbrauch bei Senioren ist eine Betrugsform, bei der vermeintlich hilfsbereite Bekannte, Nachbarn oder Verwandte das Vertrauen älterer, oft gesundheitlich eingeschränkter Menschen ausnutzen. Sie bieten zunächst Unterstützung an, lassen sich General- oder Kontovollmachten ausstellen und nutzen diese, um Konten zu plündern, Vermögen zu verschieben oder die betroffene Person von ihrer Familie zu isolieren.

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Woran erkennst du sie?

  • Täter geben sich zunächst als hilfsbereite Nachbarn, Bekannte oder entfernte Verwandte aus und bauen gezielt Vertrauen zur betroffenen Person auf
  • Es werden Bankvollmachten oder Online-Banking-Zugänge erbeten, oft mit der Begründung, die bisherige Bankberatung sei schlecht oder unsicher
  • Bestehende Geldanlagen sollen angeblich aufgelöst werden, weil sie „unsicher“ seien
  • Angehörige, die einschreiten könnten, werden gezielt diskreditiert mit der Behauptung, diese würden sich nicht ausreichend kümmern
  • Betroffen sind vor allem ältere Menschen mit körperlichen oder beginnenden kognitiven Einschränkungen, die sich schwer selbst wehren können
  • Es erfolgt keine nachvollziehbare Abrechnung über getätigte Ausgaben, vollständige Kontoauszüge werden zurückgehalten oder verweigert

Typischer Ablauf

  1. Täter nähern sich einer älteren, oft alleinstehenden oder erkrankten Person an und übernehmen zunächst kleine Hilfstätigkeiten wie Einkäufe oder Bankgänge
  2. Schrittweise wird eine General- oder Vorsorgevollmacht sowie ein Online-Banking-Zugang erbeten, häufig mit dem Argument, dies diene nur der Absicherung im Notfall
  3. Mit der Vollmacht werden Konten geleert, Wertgegenstände veräußert oder Vermögen auf eigene Konten verschoben
  4. Angehörige, die einschreiten könnten, werden gezielt schlechtgeredet oder vom Kontakt zur betroffenen Person ferngehalten
  5. Notwendige Pflege, Arztbesuche oder Ausgaben für die betroffene Person werden vernachlässigt, während Gelder anderweitig verwendet werden
  6. Der Missbrauch fällt oft erst auf, wenn Angehörige nach langer Zeit wieder Kontakt aufnehmen oder die betroffene Person verstirbt

Typische Formulierungen der Täter

Sinngemäß wiedergegeben, keine wörtlichen Originalzitate.

  • „Ich kümmere mich gerne um deine Bankgeschäfte, das ist doch viel bequemer für dich“ — als Einstieg, um Zugriff auf Konten zu bekommen
  • „Deine Kinder kümmern sich doch eh nicht richtig um dich, lass mich das lieber machen“ — um Angehörige gezielt auszugrenzen
  • „Diese Geldanlage ist unsicher, das lösen wir besser auf und ich verwalte das Geld für dich“ — als Vorwand, um Vermögen auf eigenen Zugriff zu verschieben

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Quellen

Redaktionell geprüft, Stand 9.8.2026. Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung — bei Rechtsfragen hilft die Soforthilfe-Strecke mit Verweis auf Anwalt und Verbraucherzentrale.