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Gratisprobe für Nahrungsergänzungsmittel: Die teure Abofalle im Kleingedruckten
Die Gratisprobe-Abofalle bei Nahrungsergänzungsmitteln ist eine Betrugsform, bei der Online-Werbung ein angeblich kostenloses Testpaket für Abnehm-, Potenz- oder Vitaminpräparate verspricht, das laut Kleingedrucktem tatsächlich ein teures, automatisch verlängertes Abonnement ist. Manche Betroffene erhalten die Pakete sogar unbestellt zugeschickt, gefolgt von Rechnungen und Inkasso-Forderungen.
Schon reagiert? Direkt zur Soforthilfe „Meine Karte oder mein Konto wurde belastet"Woran erkennst du sie?
- Werbung verspricht ein „kostenloses“ oder „nur Versandkosten“-Testpaket für Diät-, Potenz- oder Nahrungsergänzungsmittel, oft mit fragwürdigen Wirkversprechen
- Im Kleingedruckten der AGB steht, dass sich das Testpaket nach 14 Tagen automatisch in ein Abonnement mit monatlichen Folgelieferungen für rund 50 Euro verwandelt
- Manche Betroffene erhalten das Produktpaket komplett unbestellt per Post, obwohl sie nie eine Website besucht oder ein Formular ausgefüllt haben
- Als Absicherung werden angebliche „Geld-zurück-Garantien“ mit kaum erfüllbaren Bedingungen beworben, etwa durchgängige 60-tägige Einnahme oder ein Bluttest als Nachweis
- Bei ausbleibender Zahlung schaltet der Anbieter schnell ein oder mehrere Inkassounternehmen ein, ohne einen belastbaren Vertragsnachweis vorzulegen
- Besonders ältere Menschen werden gezielt angeschrieben und mit Mahnungen unter Druck gesetzt
- Anbieter und Website wechseln häufig den Namen, das Impressum bleibt vage oder ist im Ausland registriert
Typischer Ablauf
- Nutzer sieht eine Online-Anzeige für ein angeblich kostenloses Testpaket eines Nahrungsergänzungsmittels
- Zur Bestellung müssen persönliche und teils Zahlungsdaten angegeben werden, die eigentliche Abo-Klausel steht versteckt in den AGB
- Alternativ wird das Paket ganz ohne vorherige Bestellung einfach per Post zugestellt
- Kurze Zeit später folgt eine Rechnung für ein angebliches Monats- oder Jahres-Abonnement
- Bei Nichtzahlung wird die Forderung an ein Inkassobüro übergeben, das mit Mahnungen und Fristsetzungen Druck aufbaut
- Teils wird die Forderung an ein zweites Inkassounternehmen weitergereicht, ohne dass der ursprüngliche Vertrag je nachgewiesen wird
Typische Formulierungen der Täter
Sinngemäß wiedergegeben, keine wörtlichen Originalzitate.
- „Jetzt kostenlose Testpackung sichern – zahlen Sie nur die Versandkosten von 4,95 Euro!“
- „Ihr Testpaket wurde nicht rechtzeitig widerrufen. Wir buchen daher automatisch die Folgelieferung zum Preis von 49,90 Euro ab.“
- „Letzte Mahnung: Begleichen Sie die offene Forderung für Ihr Nahrungsergänzungsmittel-Abonnement innerhalb von 7 Tagen, um weitere Kosten zu vermeiden.“
Was tun, wenn du schon reagiert hast?
Jetzt zählt Geschwindigkeit
- Keine Zahlung leisten, solange kein nachweisbarer Vertrag mit Bestellbestätigung und Widerrufsbelehrung vorliegt
- Der Forderung schriftlich und nachweisbar widersprechen, auch gegenüber jedem neuen Inkassounternehmen
- Bereits erfolgte Abbuchungen bei der eigenen Bank zurückbuchen lassen, eine SEPA-Lastschrift-Rückgabe ist in der Regel bis zu acht Wochen möglich
- Werbeanzeige, Website, Rechnung und Mahnschreiben als Beweise sichern
- Beratung bei der örtlichen Verbraucherzentrale in Anspruch nehmen
- Bei anhaltendem Druck oder unbelegten Drohungen Anzeige bei der Polizei erstatten
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Quellen
- Verbraucherzentrale Sachsen — Nahrungsergänzungsmittel: Unerwünschte Abos und Inkasso-Karussell
- Verbraucherzentrale Bayern — Achtung bei Gratis-Produkttests
- Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) — Nahrungsergänzungsmittel: Verbraucher:innen vor falschen Werbeversprechen schützen
Redaktionell geprüft, Stand 8.8.2026. Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung — bei Rechtsfragen hilft die Soforthilfe-Strecke mit Verweis auf Anwalt und Verbraucherzentrale.