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Ist das Betrug?
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Unseriöse Festgeldangebote: Gefälschte Zinsplattformen und geklonte Bankauftritte

Der Betrug mit unseriösen Festgeldangeboten ist eine Betrugsform, bei der gefälschte Vergleichs- und Zinsportale mit attraktiv, aber nicht utopisch klingenden Zinsen werben und dabei den Auftritt einer real existierenden, lizenzierten Bank kopieren. Die Antragsformulare wirken echt, überwiesen wird jedoch auf eine ausländische IBAN, die den Tätern gehört. Danach bricht der Kontakt ab.

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Woran erkennst du sie?

  • Beworben wird über ein professionell gestaltetes Vergleichs- oder Zinsportal, über Social-Media-Banner oder kurze Videos — laut BaFin deuten heute nicht mehr nur exorbitant hohe Zinsen auf Betrug hin, die Täter arbeiten mit unauffällig wirkenden Konditionen
  • Die Täter geben sich als Vermittler aus und kopieren den Auftritt eines real existierenden, lizenzierten Anbieters einschließlich Impressum und Datenschutzerklärung — das echte Institut weiß davon nichts und ist selbst geschädigt
  • Die Adresse der Website weicht nur minimal vom Original ab: Buchstabendreher, eingefügte Sonderzeichen oder eine andere Endung; die Domain ist oft erst kurz zuvor registriert worden und über eine Whois-Abfrage als neu erkennbar
  • Antragsformulare, Vertragsunterlagen und später zugesandte „Kontoauszüge“ sind täuschend echt gestaltet, enthalten aber vereinzelt Rechtschreib- oder Formatierungsfehler
  • Eine ordnungsgemäße Legitimationsprüfung über Video-Ident, Post-Ident oder einen Filialbesuch findet nicht oder nur zum Schein statt — bei einer echten Kontoeröffnung ist sie zwingend
  • Das Zielkonto trägt eine ausländische IBAN ohne den deutschen Ländercode „DE“ und lautet nicht auf den Namen der Bank, sondern auf eine unbekannte Person oder Firma
  • Die angebliche Partnerbank ist unter den auf dem Portal angegebenen Kontaktdaten nicht persönlich erreichbar, und der Vermittler steht nicht in der Unternehmensdatenbank der BaFin
  • Nach der Überweisung werden Online-Zugangsdaten nie versendet, Rückfragen mit angeblichen technischen Problemen vertröstet und Auszahlungen verschleppt
  • Abgrenzung zum Krypto- und Trading-Cluster: Es gibt hier keine Handelsplattform mit erfundenen Kursverläufen und keine steigenden Scheingewinne im Nutzerkonto. Die Täter setzen stattdessen auf die missbrauchte Identität eines echten, lizenzierten Instituts und auf einen Zinssatz, der bewusst seriös wirkt — nach der Überweisung passiert schlicht gar nichts mehr

Typischer Ablauf

  1. Auf der Suche nach einer sicheren Geldanlage stößt man über eine Suchmaschine, ein Vergleichsportal oder eine Anzeige in sozialen Netzwerken auf ein Festgeldangebot mit guten, aber nicht unrealistischen Zinsen
  2. Das Portal wirkt professionell, verweist auf angebliche Partnerbanken im europäischen Ausland und wirbt mit Einlagensicherung
  3. Nach der Kontaktaufnahme folgt eine freundliche Beratung per Telefon oder E-Mail, anschließend werden täuschend echte Antragsformulare und Vertragsunterlagen zugeschickt
  4. Die Kontoeröffnung wird bestätigt, ohne dass eine ordnungsgemäße Identitätsprüfung stattgefunden hat
  5. Es folgt die Aufforderung, den Anlagebetrag auf ein Konto mit ausländischer IBAN zu überweisen — angeblich das neu eröffnete Anlagekonto, tatsächlich ein Konto der Täter
  6. Zugangsdaten zum angeblichen Online-Konto kommen nie an, Nachfragen bleiben unbeantwortet oder werden mit technischen Störungen erklärt
  7. Der Kontakt bricht ab; teils wird vorher noch eine weitere Einzahlung oder eine „Freigabegebühr“ für die Auszahlung verlangt

Typische Formulierungen der Täter

Sinngemäß wiedergegeben, keine wörtlichen Originalzitate.

  • „Festgeld über unsere europäische Partnerbank — attraktive Konditionen bei voller Einlagensicherung. Jetzt in wenigen Minuten online abschließen.“
  • „Ihr Anlagekonto wurde erfolgreich eröffnet. Bitte überweisen Sie den Anlagebetrag innerhalb von 3 Werktagen auf die im Anhang genannte IBAN, damit der Zinssatz für Sie reserviert bleibt.“
  • „Die Zugangsdaten zu Ihrem Online-Banking versenden wir aus Sicherheitsgründen separat per Post. Bitte haben Sie noch etwas Geduld, es liegt eine technische Störung vor.“
  • „Eine Legitimation ist bei uns nicht erforderlich, Ihre Identität wurde bereits durch die Referenzüberweisung bestätigt.“

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Quellen

Redaktionell geprüft, Stand 9.8.2026. Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung — bei Rechtsfragen hilft die Soforthilfe-Strecke mit Verweis auf Anwalt und Verbraucherzentrale.