Falscher Polizist anruf whatsapp
Falsche chinesische Polizei: Betrugsanrufe gegen chinesische Studierende in Deutschland
Die falsche chinesische Polizei ist eine Betrugsform, bei der sich Anrufer gezielt gegenüber chinesischen Studierenden in Deutschland als Mitarbeitende chinesischer Polizei- oder Justizbehörden ausgeben. Sie behaupten, das Opfer sei in eine Straftat wie Geldwäsche verwickelt, und fordern unter Androhung von Verhaftung oder Kontosperrung die Zahlung einer angeblichen Kaution oder Sicherheitsleistung.
Schon reagiert? Direkt zur Soforthilfe „Ich habe Geld überwiesen"Woran erkennst du sie?
- Anruf oder Messenger-Kontakt durch eine Person, die sich als Mitarbeitende der chinesischen Polizei, Staatsanwaltschaft oder eines Konsulats ausgibt
- Auf dem Display kann täuschend echt die Rufnummer einer echten Polizeidienststelle in China erscheinen (Call-ID-Spoofing)
- Vorwurf, mit den eigenen Daten sei ein Konto eröffnet worden, das mit Geldwäsche oder anderen Straftaten in Verbindung stehe
- Drohung mit Verhaftung, Kontosperrung, Ausweisung oder einem internationalen Haftbefehl bei Nichtzahlung
- Forderung, eine „Kaution“ oder „Sicherheitsleistung“ zu überweisen, teils im fünf- bis sechsstelligen Bereich
- Opfer werden teils tagelang unter Druck gesetzt und angewiesen, per Video ständig erreichbar zu bleiben und mit niemandem über den Vorgang zu sprechen
Typischer Ablauf
- Betrüger kontaktieren gezielt chinesische Studierende in Deutschland telefonisch oder über Messenger und geben sich als chinesische Behördenmitarbeitende aus
- Mit gefälschten Dokumenten, Dienstausweisen oder manipulierten Anrufer-Kennungen wird der Anschein einer echten Ermittlung erzeugt
- Dem Opfer wird vorgeworfen, in eine schwere Straftat verwickelt zu sein, häufig Geldwäsche über ein angeblich auf den eigenen Namen eröffnetes Konto
- Um eine Verhaftung oder rechtliche Konsequenzen in China abzuwenden, soll das Opfer eine Kaution oder „Sicherheitsleistung“ auf ein von den Tätern genanntes Konto überweisen
- Teilweise verlangen die Täter, dass sich das Opfer isoliert und per Videoanruf permanent erreichbar bleibt, um Kontakt zu Familie, Freunden oder der Polizei zu verhindern
- Nach der Zahlung bricht der Kontakt ab oder es werden weitere Zahlungen für angebliche zusätzliche Verfahrensschritte gefordert
Typische Formulierungen der Täter
Sinngemäß wiedergegeben, keine wörtlichen Originalzitate.
- „Hier spricht die Betrugsabteilung der chinesischen Polizei. Mit Ihren Daten wurde ein Konto eröffnet, das in einen Geldwäschefall verwickelt ist.“
- „Um eine Festnahme und ein Ermittlungsverfahren zu vermeiden, müssen Sie umgehend eine Kaution hinterlegen.“
- „Sprechen Sie mit niemandem über diesen Anruf, auch nicht mit Ihrer Familie, sonst gefährden Sie die Ermittlung.“
Was tun, wenn du schon reagiert hast?
Jetzt zählt Geschwindigkeit
- Sofort auflegen beziehungsweise den Kontakt abbrechen, echte Behörden fordern niemals per Telefon oder Messenger eine Kaution
- Keine Zahlungen leisten und keine Bank- oder Ausweisdaten weitergeben
- Die angebliche Behörde niemals über die im Anruf genannte Nummer zurückrufen, sondern eigenständig die offizielle Kontaktstelle recherchieren, etwa über die zuständige Auslandsvertretung oder das Konsulat
- Sich nicht isolieren lassen, sondern aktiv Vertrauenspersonen, das International Office der Hochschule oder die deutsche Polizei einschalten
- Bereits geleistete Zahlungen umgehend der eigenen Bank melden und eine Rückbuchung versuchen
- Vorfall bei der deutschen Polizei anzeigen, unabhängig davon, in welches Land das Geld überwiesen wurde
Verwandte Maschen
Quellen
- Bayerische Polizei — Infoschreiben zu Betrugsfällen durch falsche chinesische Behörden
- KIT International Students Office — Warnflyer: Betrug durch falsche chinesische Polizei
Redaktionell geprüft, Stand 9.8.2026. Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung — bei Rechtsfragen hilft die Soforthilfe-Strecke mit Verweis auf Anwalt und Verbraucherzentrale.