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Fake-Bewerbungen mit Schadsoftware: Wenn der Lebenslauf zur Ransomware wird
Fake-Bewerbungen mit Schadsoftware sind eine Betrugsform, bei der Kriminelle Unternehmen scheinbar echte Bewerbungen per E-Mail schicken, deren Anhang oder verlinkter Datei-Download in Wahrheit Schadsoftware wie Ransomware enthält. Weil E-Mail-Anhänge unbekannter Absender bei Bewerbungen als normal gelten, öffnen Personalabteilungen die Dateien besonders häufig, was zur Verschlüsselung ganzer Firmennetzwerke führen kann.
Schon reagiert? Direkt zur Soforthilfe „Ich habe auf einen Link geklickt oder eine Datei geöffnet"Woran erkennst du sie?
- Bewerbungsschreiben in einwandfreiem Deutsch, oft passend zu einer echten, aktuell geschalteten Stellenanzeige formuliert
- Lebenslauf und Zeugnisse werden nicht direkt angehängt, sondern über einen Link zu einem Cloud-Speicher wie Dropbox zum Download angeboten
- Heruntergeladene Datei trägt einen unauffälligen Namen wie „Lebenslauf.pdf“, ist bei genauer Prüfung der Dateiendung aber tatsächlich eine ausführbare Datei
- Nach dem Öffnen beginnen intensive Festplattenaktivitäten, gefolgt von einer Ransomware-Verschlüsselung des Rechners und verbundener Netzlaufwerke
- Absendername, Betreffzeile und angehängtes Bewerbungsfoto wechseln regelmäßig, um Spam- und Sicherheitsfilter zu umgehen
Typischer Ablauf
- Kriminelle greifen aktuell veröffentlichte Stellenanzeigen auf oder verschicken die Fake-Bewerbung breit gestreut an Firmen-E-Mail-Postfächer
- Eine gut formulierte Bewerbungsmail mit Foto und Verweis auf Lebenslauf und Arbeitszeugnisse, oft per Cloud-Link, landet im Postfach der Personalabteilung
- Mitarbeitende öffnen die Bewerbungsunterlagen, da Anhänge unbekannter Absender im Bewerbungskontext als normal gelten
- Die heruntergeladene Datei ist tatsächlich eine ausführbare Datei, die im Hintergrund Ransomware installiert
- Dateien auf dem Rechner und verbundenen Netzlaufwerken werden verschlüsselt, anschließend folgt eine Lösegeldforderung
- Der Geschäftsbetrieb ist bis zur Bereinigung der Systeme und Wiederherstellung aus Backups eingeschränkt oder vollständig lahmgelegt
Typische Formulierungen der Täter
Sinngemäß wiedergegeben, keine wörtlichen Originalzitate.
- „Da ich auf der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung bin, möchte ich mich hiermit bei Ihnen um eine Stelle bewerben …“
- „Die vollständige Bewerbungsmappe habe ich in meine Dropbox geladen, weil die Datei für die E-Mail zu groß war – entschuldigen Sie bitte.“
Was tun, wenn du schon reagiert hast?
Jetzt zählt Geschwindigkeit
- Betroffene Rechner sofort vom Netzwerk trennen, um eine weitere Ausbreitung der Schadsoftware zu verhindern
- Kein Lösegeld zahlen, IT-Systemadministration und Geschäftsführung umgehend informieren
- Betroffene Systeme aus einem sauberen, nicht infizierten Backup wiederherstellen und den IT-Sicherheitsvorfall dokumentieren
- Anzeige bei der Polizei erstatten
- Mitarbeitende im Bewerbungsprozess gezielt für diese Masche schulen, insbesondere für den Unterschied zwischen angezeigtem Dateinamen und tatsächlicher Dateiendung
- Für den Bewerbungseingang nach Möglichkeit ein separates, isoliertes System oder eine Sandbox-Prüfung für Anhänge nutzen
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Quellen
- Polizei Niedersachsen (Ratgeber Internetkriminalität) — Erneut gefälschte Bewerbungen an Gewerbetreibende mit Schadsoftware im Mailanhang
- SIHK zu Hagen (IHK) — Phishing-Masche: Fake-Bewerbungen
Redaktionell geprüft, Stand 8.8.2026. Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung — bei Rechtsfragen hilft die Soforthilfe-Strecke mit Verweis auf Anwalt und Verbraucherzentrale.