Bewerbungsbetrug jobs
Fake-Recruiter im Videointerview: Bewerbung als Vorwand für Identitätsdiebstahl
Fake-Recruiter im Bewerbungsprozess sind eine Betrugsform, bei der sich vermeintliche Personalverantwortliche für eine gar nicht existierende Stelle ausgeben und in einem Video-Interview gezielt sensible Daten wie eine Ausweiskopie, Kontodaten oder die Sozialversicherungsnummer abfragen. Die erbeuteten Dokumente nutzen die Täter anschließend etwa, um im Namen der Bewerbenden Bankkonten zu eröffnen oder Kredite aufzunehmen.
Schon reagiert? Direkt zur Soforthilfe „Ich habe Daten oder einen Code preisgegeben"Woran erkennst du sie?
- Ungewöhnlich schnelle Zusage oder Einladung zum Interview, oft innerhalb weniger Stunden nach der Bewerbung
- Kommunikation läuft ausschließlich über Messenger wie WhatsApp oder private E-Mail-Adressen statt über offizielle Firmenkanäle
- Im Video-Interview werden schon vor einem Vertragsangebot Ausweiskopie, Kontodaten, Sozialversicherungsnummer oder ein Video-Ident-Verfahren verlangt
- Keine überprüfbare Firmenwebsite, kein Impressum, keine echten Mitarbeiterprofile bei LinkedIn oder Xing auffindbar
- Ungewöhnlich hohe Bezahlung für einfache Tätigkeiten oder sehr geringe Anforderungen an die Qualifikation
- Rechtschreib- und Grammatikfehler in Stellenanzeige oder Nachrichten
Typischer Ablauf
- Bewerbung auf eine professionell wirkende Stellenanzeige, häufig als Remote-Job beworben
- Sehr schnelle positive Rückmeldung und Einladung zu einem Video-Interview über eine Messenger-App
- Im oder nach dem Interview Aufforderung, Ausweisfotos (vorne/hinten) und ein Selfie mit Ausweis zu übermitteln, angeblich zur Identitätsprüfung
- Teils zusätzliche Aufforderung, ein Video-Ident-Verfahren bei einem Finanzdienstleister zu durchlaufen oder Kontodaten zu übermitteln, angeblich für die Gehaltsauszahlung
- Die eigentliche Stelle existiert nicht — die Täter nutzen die erhaltenen Dokumente, um im Namen der Bewerbenden Konten zu eröffnen oder Identitätsbetrug zu begehen
Typische Formulierungen der Täter
Sinngemäß wiedergegeben, keine wörtlichen Originalzitate.
- „Herzlichen Glückwunsch, Sie haben die erste Runde bestanden! Für den nächsten Schritt benötigen wir im Interview eine Kopie Ihres Ausweises zur Identitätsprüfung“
- „Damit wir Ihr Gehalt auszahlen können, durchlaufen Sie bitte vorab ein kurzes Video-Ident-Verfahren über diesen Link“
Was tun, wenn du schon reagiert hast?
Jetzt zählt Geschwindigkeit
- Sofort die Bank informieren, falls über ein Video-Ident-Verfahren möglicherweise ein Konto im eigenen Namen eröffnet wurde, und dessen Sperrung veranlassen
- Anzeige bei der Polizei wegen Identitätsdiebstahls und Betrugs erstatten
- Auskunfteien wie die Schufa informieren und auf unbefugt eröffnete Konten oder Kredite prüfen lassen
- Verbraucherzentrale kontaktieren und den Fall dokumentieren
- Die betroffene Jobbörse über die gefälschte Stellenanzeige informieren
Verwandte Maschen
Quellen
- Verbraucherzentrale.de — Gefälschte Stellenanzeigen: Was ist Jobscamming?
- Verbraucherzentrale Niedersachsen — Vorsicht vor Jobscamming: Gefälschte Jobangebote gefährden Ihre Identität
Redaktionell geprüft, Stand 8.8.2026. Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung — bei Rechtsfragen hilft die Soforthilfe-Strecke mit Verweis auf Anwalt und Verbraucherzentrale.