Kaufbetrug shop whatsapp e-mail
Welpenbetrug: Der Hund aus dem Internet, der nie ankommt
Welpenbetrug ist eine Betrugsform, bei der ein Welpe über eine Online-Anzeige zu einem auffällig günstigen Preis angeboten wird und der Käufer vorab eine Anzahlung oder die vollständigen Transportkosten überweisen soll. Der Welpe wird danach entweder gar nicht geliefert, existiert nicht oder ist in Wahrheit schwer krank aus illegaler Zucht, während der Verkäufer nach der Zahlung nicht mehr erreichbar ist.
Schon reagiert? Direkt zur Soforthilfe „Ich habe Geld überwiesen"Woran erkennst du sie?
- Welpe wird deutlich unter dem für die Rasse üblichen Preis angeboten, teils mit dem Versprechen kostenloser Lieferung
- Anbieter drängt über Chat oder WhatsApp zu einer schnellen Entscheidung, etwa weil ein Kurier-Gutschein sonst verfällt
- Vor Übergabe wird eine Anzahlung oder die vollständigen Transportkosten per Überweisung verlangt
- Übergabe soll, falls sie überhaupt stattfindet, an einem Parkplatz, einer Autobahnraststätte oder anderen neutralen Orten erfolgen statt beim Züchter
- Keine Möglichkeit, die Mutterhündin zu sehen oder den Wurf vor Ort zu besichtigen
- Fehlende oder gefälschte Papiere wie EU-Heimtierausweis, Impfnachweis oder Chip-Dokumentation
- Anbieter offeriert mehrere Rassen gleichzeitig, was auf gewerblichen Zwischenhandel statt seriöse Zucht hindeutet
Typischer Ablauf
- Käufer findet eine Welpen-Anzeige mit Fotos zu einem sehr günstigen Preis auf einem Kleinanzeigenportal oder in sozialen Medien
- Kontakt wechselt schnell auf WhatsApp oder Chat, der Verkäufer erzeugt Zeitdruck etwa durch einen angeblich befristeten Transport-Gutschein
- Käufer überweist eine Anzahlung oder die vollen Transportkosten im Voraus
- Entweder bricht der Kontakt danach ab und der Welpe wird nie geliefert, oder die Übergabe erfolgt an einem neutralen Ort ohne Möglichkeit, Herkunft und Gesundheit zu prüfen
- Bei tatsächlicher Übergabe stellt sich der Welpe oft als zu früh von der Mutter getrennt und schwer krank heraus
- Verkäufer ist bei auftretenden Problemen oder Krankheitskosten nicht mehr erreichbar, Gewährleistung ist faktisch nicht durchsetzbar
Typische Formulierungen der Täter
Sinngemäß wiedergegeben, keine wörtlichen Originalzitate.
- „Ich habe noch einen Kurier-Gutschein für den kostenlosen Transport, der aber heute abläuft – wenn Sie jetzt die Anzahlung überweisen, sichere ich Ihnen den Welpen.“
- „Die Mutterhündin ist gerade beim Tierarzt, aber ich kann Ihnen den Welpen an der Raststätte an der A-Straße übergeben, sobald die Anzahlung da ist.“
- „Bei Vorauszahlung der Transportkosten liefere ich den Welpen mit allen Papieren direkt zu Ihnen nach Hause.“
Was tun, wenn du schon reagiert hast?
Jetzt zählt Geschwindigkeit
- Keine weitere Zahlung leisten und den Kontakt abbrechen
- Bank kontaktieren und prüfen, ob die Überweisung noch gestoppt werden kann
- Anzeige bei der Polizei erstatten und den Fall zusätzlich beim Veterinäramt bzw. der obersten Veterinärbehörde des Bundeslandes melden
- Anzeige, Chatverlauf und Zahlungsbeleg als Beweise sichern
- Bei bereits übergebenem, krankem Tier umgehend einen Tierarzt aufsuchen und Befunde dokumentieren
- Für einen echten Hundekauf nur Züchter besuchen, die Mutterhündin und Wurf vor Ort zeigen und vollständige EU-Heimtierausweise vorlegen
Verwandte Maschen
- Fake-Käuferschutz bei Kleinanzeigen: Der gefälschte Zahlungslink
- Gefälschter Zahlungsbeleg: Ware raus, bevor das Geld da ist
- Gebrauchthandy-Kaufbetrug: „Wie neu“, aber gesperrt oder gestohlen
- Facebook Marketplace: Vorkasse-Betrug nach Verlagerung ins Messenger
- Fake-Treuhandservice und Fake-Spedition: Der erfundene neutrale Dritte beim Online-Kauf
Quellen
- Europäisches Verbraucherzentrum Deutschland – Illegaler Welpenhandel: Wie erkennen?
- Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein – Illegaler Handel mit Hundewelpen: Verbraucher zahlen drauf
- Verbraucherzentrale Hamburg – Sie wollen einen Hund oder Welpen kaufen?
Redaktionell geprüft, Stand 8.8.2026. Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung — bei Rechtsfragen hilft die Soforthilfe-Strecke mit Verweis auf Anwalt und Verbraucherzentrale.