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Ist das Betrug?
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Ticket-Zweitmarkt: Wenn die Karte ein Vielfaches kostet — und am Einlass nicht gilt

Der überteuerte Ticket-Weiterverkauf ist eine Verkaufspraxis, bei der Eintrittskarten auf nicht autorisierten Zweitmarkt-Plattformen zu einem Vielfachen des Originalpreises angeboten werden. Für Kaufende ist oft nicht erkennbar, dass sie nicht beim Veranstalter kaufen. Gebühren erscheinen erst am Ende, die Lieferung kommt spät — und personalisierte Karten sind am Einlass wertlos.

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Woran erkennst du sie?

  • Die Plattform tritt auf wie ein regulärer Ticketshop, vermittelt aber nur zwischen Dritten — dass es sich um einen Weiterverkauf handelt, ist auf den ersten Blick kaum erkennbar
  • Der Preis liegt deutlich über dem Originalpreis; für den Zweitmarkt sind Aufschläge von 250 Prozent und mehr dokumentiert
  • Dringlichkeitsanzeigen wie „nur noch wenige Tickets verfügbar“ oder ein Countdown erzeugen künstlichen Zeitdruck, teils bei künstlich verknapptem Kontingent
  • Service-, Vermittlungs- und Versandgebühren erscheinen erst im letzten Bestellschritt und erschweren den Preisvergleich
  • Zweitmarkt-Plattformen müssen seit dem 28. Mai 2022 den ursprünglichen Ticketpreis angeben, sofern sie ihn von den Verkaufenden erhalten — angezeigt wird er häufig nur versteckt
  • Die Identität der Verkaufenden bleibt unklar, es gibt keinen direkten Ansprechpartner; der Kundenservice antwortet mit Standardmails oder ist telefonisch nicht erreichbar, teils sind angegebene Postadressen nicht existent
  • Beworbene „Ticketgarantien“ gehen inhaltlich meist nicht über die gesetzlich ohnehin bestehenden Rechte hinaus und werden in den AGB stark eingeschränkt, etwa durch das Recht, Ersatztickets nach eigenem Ermessen zuzuteilen
  • Tickets werden erst wenige Tage vor der Veranstaltung verschickt, teils in einer anderen Platzkategorie als bestellt
  • Ist das Ticket personalisiert, erhält nur die namentlich eingetragene Person Einlass — weiterverkaufte Karten sind damit am Einlass wertlos

Typischer Ablauf

  1. Ein gefragtes Konzert, Festival oder Sportereignis ist innerhalb kurzer Zeit ausverkauft
  2. Bei der Suche nach Restkarten erscheinen Zweitmarkt-Plattformen weit oben in den Ergebnissen; ihr Auftritt ähnelt dem eines offiziellen Vorverkaufs
  3. Angezeigt wird ein Ticketpreis deutlich über dem Original, flankiert von Verknappungshinweisen und Countdown
  4. Im letzten Bestellschritt kommen Service-, Buchungs- und Versandgebühren hinzu, der Gesamtpreis steigt noch einmal deutlich
  5. Die Karte kommt spät, in abweichender Kategorie oder als personalisiertes Ticket, das auf eine fremde Person ausgestellt ist
  6. Am Einlass wird der Zutritt verweigert, weil sich die eingetragene Person ausweisen müsste oder das Ticket bereits entwertet beziehungsweise mehrfach verkauft wurde
  7. Erstattungsversuche scheitern häufig daran, dass Verkäuferidentität und Zuständigkeit unklar bleiben und der Kundenservice nicht erreichbar ist

Typische Formulierungen der Täter

Sinngemäß wiedergegeben, keine wörtlichen Originalzitate.

  • Anzeige oberhalb der eigentlichen Veranstalterseite: „Tickets jetzt sichern — sofort verfügbar“, obwohl es sich um eine Wiederverkaufsplattform handelt
  • „Nur noch 3 Tickets zu diesem Preis verfügbar!“ neben einem laufenden Countdown
  • Im Warenkorb erscheinen erst im letzten Schritt „Buchungsgebühr“, „Servicegebühr“ und „Lieferkosten“, die den Gesamtpreis erneut deutlich erhöhen
  • Standardantwort des Kundenservice: „Ihr Anliegen wurde registriert. Ersatztickets werden nach unserem Ermessen zugeteilt.“
  • Am Einlass: „Dieses Ticket ist personalisiert. Zutritt erhält nur die auf dem Ticket genannte Person mit Ausweis.“

Was tun, wenn du schon reagiert hast?

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Quellen

Redaktionell geprüft, Stand 9.8.2026. Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung — bei Rechtsfragen hilft die Soforthilfe-Strecke mit Verweis auf Anwalt und Verbraucherzentrale.