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Rogueware: Das gefälschte Virenschutzprogramm auf dem eigenen Rechner
Rogueware ist eine Betrugsform, bei der ein tatsächlich installiertes Programm sich als Virenschutz oder PC-Optimierer ausgibt, einen vorgetäuschten Scan durchführt und erfundene Infektionen oder Systemfehler meldet. Zum Entfernen der angeblichen Funde wird der Kauf einer Vollversion oder Lizenz verlangt. Die Programme haben laut BSI häufig überhaupt keine Funktion und dienen dem Abgreifen von Kreditkartendaten.
Schon reagiert? Direkt zur Soforthilfe „Ich habe auf einen Link geklickt oder eine Datei geöffnet"Woran erkennst du sie?
- Das Programm ist tatsächlich auf dem Gerät installiert: Es taucht in der Programmliste auf, hat ein eigenes Symbol und startet beim Hochfahren automatisch mit
- Anders als beim Browser-Popup verschwindet die Warnung nicht, wenn man den Browser schließt oder den Tab beendet — das Programm läuft weiter auf dem Gerät und meldet sich erneut
- Oberfläche, Logos und Warnsymbole imitieren das Layout seriöser Antivirenprogramme oder bekannter Sicherheitsfirmen
- Ein angeblicher Systemscan läuft ungewöhnlich schnell durch und meldet eine unrealistisch hohe Bedrohungslage, etwa gleich mehrere Viren oder eine große Zahl angeblicher „Systemfehler“ auf einmal
- Die Bereinigung ist gesperrt: Zum Entfernen der angeblichen Funde wird der Erwerb des Programms oder einer Lizenz verlangt
- Wer nicht zahlt, bekommt in regelmäßigen Abständen immer wieder falsche Virenwarnungen mit Zahlungsaufforderung angezeigt
- Panikmache mit Großbuchstaben, vielen Ausrufezeichen und Drohszenarien — ein echtes Antivirenprogramm baut keine Drohkulisse auf, sondern zeigt ruhig und sachlich eine Lösung auf
- Die Software kam häufig ungewollt mit: Sie war in einem anderen, harmlos wirkenden Softwarepaket versteckt und wurde bei dessen Installation aktiv mitinstalliert
- Die Programme haben laut BSI häufig überhaupt keine Funktion; sie dienen dazu, zum Kauf zu bewegen und an die Kreditkartendaten zu gelangen
Typischer Ablauf
- Beim Surfen erscheint in separaten Browserfenstern eine Warnung, der Rechner sei mit Schadsoftware infiziert; die Meldungen sehen denen seriöser Antivirenprogramme täuschend ähnlich und fordern zum Download eines angegebenen Virenschutzprogramms auf
- Alternativer Weg auf das Gerät: Das Programm ist in einem anderen, harmlos wirkenden Softwarepaket versteckt und wird bei dessen Installation unbemerkt mitinstalliert
- Nach der Installation startet die Software einen vorgetäuschten Scan und meldet nach kurzer Zeit zahlreiche angebliche Infektionen, Sicherheitslücken oder Systemfehler
- Der Klick auf „Alle Bedrohungen entfernen“ bereinigt nichts, sondern führt zur Aufforderung, das Programm zu erwerben oder eine Lizenz zu kaufen beziehungsweise sich zu registrieren
- Wird nicht gezahlt, erscheinen in regelmäßigen Abständen weiter falsche Virenwarnungen mit Zahlungsaufforderung; das Programm startet bei jedem Hochfahren erneut mit und lässt sich nicht einfach wegklicken
- Wer bezahlt, gibt seine Kreditkartendaten in ein Bezahlformular ein und erhält ein Programm, das häufig überhaupt keine Funktion hat
- Teilweise bleibt es nicht beim nutzlosen Kauf: Die Installation infiziert den Rechner tatsächlich mit Schadsoftware, die Daten ausspäht oder das Gerät beispielsweise an ein Botnetz anschließt
Typische Formulierungen der Täter
Sinngemäß wiedergegeben, keine wörtlichen Originalzitate.
- „Achtung, Ihr Computer ist von einem Virus befallen!!!! Laden Sie sofort dieses Schutzprogramm herunter!!!“ — typische Aufmachung mit Großbuchstaben und Ausrufezeichen
- Nach dem vorgetäuschten Scan: „Scan abgeschlossen — kritische Bedrohungen und zahlreiche Systemfehler gefunden. Ihr PC ist stark gefährdet.“
- Die Schaltfläche „Alle Bedrohungen entfernen“ öffnet statt einer Bereinigung ein Bezahlformular
- „Diese Funktion ist nur in der Vollversion verfügbar. Aktivieren Sie jetzt Ihre Lizenz, um die gefundenen Bedrohungen zu entfernen.“
- Wiederkehrende Meldung nach jedem Hochfahren: „Ihr Schutz ist nicht aktiviert — registrieren Sie Ihre Lizenz, um Ihr System zu bereinigen.“
Was tun, wenn du schon reagiert hast?
Jetzt zählt Geschwindigkeit
- Keine weiteren Funde „freischalten“ und keine Zahlung nachschieben — die angebotenen Programme haben laut BSI häufig überhaupt keine Funktion
- Gerät ausschalten und vom Internet sowie von allen verbundenen Geräten trennen, damit Schadsoftware nicht im Hintergrund weiterarbeitet oder sich ausbreitet
- Das Programm über die reguläre Programm- beziehungsweise Softwareverwaltung des Betriebssystems deinstallieren und das Gerät anschließend mit einem vertrauenswürdigen, aktuellen Virenschutzprogramm vollständig prüfen
- Bei hartnäckigem Befall Computerfachleute hinzuziehen: Häufig muss das Gerät gelöscht und aus einer Sicherheitskopie wiederhergestellt beziehungsweise das Betriebssystem neu installiert werden
- Wurden Kreditkartendaten eingegeben: Karte über die eigene Bank oder den Sperr-Notruf 116 116 sperren lassen, Abrechnungen auf weitere Belastungen prüfen und unberechtigte Zahlungen beim Karten- oder Zahlungsanbieter reklamieren und zurückbuchen lassen
- Nach der Bereinigung von einem sicheren Gerät aus alle Passwörter ändern, die auf dem betroffenen Rechner genutzt oder gespeichert waren
- Anzeige bei der Polizei erstatten, etwa über die Online-Wache des jeweiligen Bundeslandes
- Künftig misstrauisch gegenüber unaufgeforderten Softwareangeboten sein und Virenschutzsoftware grundsätzlich nur über seriöse Anbieter beziehungsweise direkt beim Hersteller beziehen
Verwandte Maschen
Quellen
- BSI — Virenschutz und falsche Antivirensoftware
- Polizeiliche Kriminalprävention (polizei-dein-partner.de) — Prävention kompakt: Scareware
- Verbraucherzentrale NRW — Schadprogramme: Welche es gibt, was sie anrichten, wie Sie sich schützen
- Verbraucherzentrale — Virus auf dem Gerät? Das müssen Sie jetzt tun in 4 Schritten
- BSI — Steckbriefe aktueller Botnetze: potenziell unerwünschte Apps in harmlos wirkenden Softwarepaketen
Redaktionell geprüft, Stand 9.8.2026. Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung — bei Rechtsfragen hilft die Soforthilfe-Strecke mit Verweis auf Anwalt und Verbraucherzentrale.