Kartenbetrug vor-ort
Skimming am Geldautomaten: Kartenlese-Aufsatz und Mini-Kamera spähen die PIN aus
Skimming ist eine Betrugsform, bei der Kriminelle Geldautomaten mit unauffälligen Kartenlese-Aufsätzen und Mini-Kameras oder gefälschten Tastaturfeldern manipulieren, um Kartendaten und PIN gleichzeitig auszuspähen. Mit den kopierten Daten werden anschließend Kartendubletten hergestellt und damit im Ausland Bargeld abgehoben oder Zahlungen vorgenommen.
Schon reagiert? Direkt zur Soforthilfe „Meine Karte oder mein Konto wurde belastet"Woran erkennst du sie?
- Am Karteneinschub ist ein zusätzliches, farblich und optisch an den Automaten angepasstes Lesegerät angebracht, das leicht wackelt oder sich minimal vom Original abhebt
- Über oder neben dem Tastenfeld befindet sich eine kaum sichtbare Kamera, oft getarnt als Prospekthalter, Beleuchtungsleiste oder Blende
- Auf die echte Tastatur ist ein hauchdünnes, zusätzliches Tastenfeld geklebt, das die eingegebene PIN separat aufzeichnet
- Klebereste, lose Kanten oder ungewöhnliche Farbabweichungen am Kartenschlitz oder Tastenfeld
- Erste Abhebungen oder Kartenzahlungen tauchen typischerweise erst Tage oder Wochen später auf, oft aus dem Ausland
- Betroffen sind vor allem frei zugängliche Automaten in Vorräumen ohne Kamera-Überwachung durch die Bank
Typischer Ablauf
- Täter bringen unbemerkt einen manipulierten Kartenleser über dem echten Einschub sowie eine Mini-Kamera oder ein Tastatur-Overlay am Geldautomaten an
- Kunden führen ihre Karte wie gewohnt ein, die Karte wird durch den manipulierten Aufsatz zum echten Leser durchgeschleust, sodass die Abhebung normal funktioniert
- Der Aufsatz kopiert währenddessen die Magnetstreifendaten der Karte, die versteckte Kamera oder das Tastatur-Overlay zeichnet zeitgleich die eingegebene PIN auf
- Täter holen die Geräte nach kurzer Zeit wieder ab oder übertragen die Daten per Funk
- Mit den kopierten Daten wird eine Kartendublette hergestellt, mit der im Ausland an Automaten ohne Chip-Pflicht Bargeld abgehoben wird
- Betroffene bemerken die unautorisierten Abbuchungen meist erst beim nächsten Blick auf den Kontoauszug
Typische Formulierungen der Täter
Sinngemäß wiedergegeben, keine wörtlichen Originalzitate.
- Kein Täterkontakt per Nachricht: Die Manipulation erfolgt unbemerkt direkt am Gerät, Betroffene bemerken meist erst ungewöhnliche Abbuchungen auf dem Kontoauszug
- Vermeintlich normale Kartennutzung am Automaten in der Bankfiliale oder im Vorraum, ohne dass beim Abheben selbst etwas auffällt
Was tun, wenn du schon reagiert hast?
Jetzt zählt Geschwindigkeit
- Karte sofort über die bundesweite Sperr-Hotline 116 116 oder direkt bei der eigenen Bank sperren lassen
- Kontoauszüge auf weitere unautorisierte Abbuchungen prüfen und diese der Bank umgehend melden
- Anzeige bei der Polizei erstatten, da unautorisierte Abhebungen meldepflichtig für eine Erstattung durch die Bank sind
- Verdächtigen Geldautomaten dem Kreditinstitut oder Automatenbetreiber melden, damit dieser geprüft und gesperrt werden kann
- Nach EU-Recht besteht bei nachgewiesenem Skimming in der Regel Anspruch auf Erstattung nicht autorisierter Abbuchungen durch die Bank
Verwandte Maschen
- Call-ID-Spoofing: Die Bank-Hotline, die keine ist
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- Karte im fremden Handy: Betrüger hinterlegen die Bankkarte in ihrem eigenen Apple Pay oder Google Pay
- Cash-Trapping: Das Geld bleibt im Ausgabeschacht des Geldautomaten kleben
- Touristenfallen: Taxameter, Schuhputzer, Straßenwechsel und das „Gratis“-Armband
Quellen
- Polizei Brandenburg — Skimming: Wie Ihr Konto „geplündert“ wird
- Polizei NRW, Märkischer Kreis — Vorsicht Skimming am Geldautomaten
- polizei-beratung.de — Vorsicht „Karten-Tricks“: Informationen zum Zahlungskartenbetrug (PDF)
Redaktionell geprüft, Stand 8.8.2026. Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung — bei Rechtsfragen hilft die Soforthilfe-Strecke mit Verweis auf Anwalt und Verbraucherzentrale.