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Ist das Betrug?
Pflege vor-ort anruf

Pflegehilfsmittelboxen an der Haustür: Ungewollter Vertrag statt kostenloser Lieferung

Der Pflegehilfsmittel-Vertreterbetrug ist eine Betrugsform, bei der Anbieter pflegebedürftige Menschen unangemeldet an der Haustür oder per Telefon ansprechen und ihnen angeblich kostenlose Pflegehilfsmittelboxen andrehen. Tatsächlich schließen die Betroffenen dabei einen laufenden Liefervertrag ab, der die monatliche Kostenerstattung der Pflegekasse ausschöpft, ohne dass die gelieferten Produkte selbst ausgesucht wurden oder überhaupt gebraucht werden.

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Woran erkennst du sie?

  • Unangemeldeter Besuch oder Anruf eines Anbieters, der pflegebedürftige Personen gezielt anspricht
  • Angebot einer angeblich kostenlosen Pflegehilfsmittelbox (Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel, Bettschutzeinlagen)
  • Tatsächlicher Abschluss eines laufenden Liefervertrags, oft ohne dass dies klar kommuniziert wird
  • Anbieter stellt in der Folge eigenständig einen Antrag bei der Pflegekasse und schöpft das monatliche Budget von bis zu 40 Euro aus
  • Kranken- und Pflegekassen sowie der Medizinische Dienst vermitteln niemals selbst telefonisch oder an der Haustür Pflegehilfsmittel
  • Seit dem 1. Juli 2024 dürfen Anbieter Pflegebedürftige ohne deren vorherige eigene Kontaktaufnahme grundsätzlich nicht mehr unaufgefordert bewerben
  • Gelieferte Produkte entsprechen oft nicht dem tatsächlichen Bedarf oder der gewünschten Menge

Typischer Ablauf

  1. Anbieter kontaktiert pflegebedürftige Personen oder deren Angehörige unangekündigt telefonisch oder an der Haustür
  2. Es wird eine angeblich kostenlose, über die Pflegekasse finanzierte Pflegehilfsmittelbox in Aussicht gestellt
  3. Betroffene erklären sich mündlich oder durch eine Unterschrift einverstanden, ohne den Vertragscharakter zu erkennen
  4. Anbieter stellt im Namen der Betroffenen einen Antrag bei der Pflegekasse und beginnt mit monatlichen Lieferungen
  5. Kunden erhalten in der Folge ein Schreiben oder eine Rechnung, obwohl sie nie aktiv bestellt haben
  6. Ein Widerspruch wird erschwert, weil der Vertrag bereits läuft und die Pflegekasse die Zahlungen direkt an den Anbieter überweist

Typische Formulierungen der Täter

Sinngemäß wiedergegeben, keine wörtlichen Originalzitate.

  • „Ihnen steht eine kostenlose Pflegebox zu, wir übernehmen die komplette Antragstellung bei Ihrer Pflegekasse für Sie."
  • Am Telefon: „Wir müssen nur kurz Ihre Pflegegrad-Daten abgleichen, damit Sie Ihre monatliche Box nicht verpassen."
  • Postalisches Schreiben nach dem Besuch: „Vielen Dank für Ihre Bestellung, Ihre erste Lieferung ist bereits unterwegs."

Was tun, wenn du schon reagiert hast?

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Quellen

Redaktionell geprüft, Stand 9.8.2026. Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung — bei Rechtsfragen hilft die Soforthilfe-Strecke mit Verweis auf Anwalt und Verbraucherzentrale.