Phishing e-mail
KI-Phishing: Personalisierte Betrugsmails ohne verräterische Fehler
KI-Phishing ist eine Betrugsform, bei der Kriminelle mit generativer KI in Sekunden persönlich zugeschnittene Phishing-E-Mails ohne Rechtschreibfehler erstellen. Die KI wertet öffentlich zugängliche Informationen aus sozialen Netzwerken aus, um Anrede, Tonfall und Bezug zu realen Ereignissen wie Konferenzen oder Geschäftskontakten täuschend echt wirken zu lassen und zum Klick auf einen schädlichen Link oder Anhang zu bewegen.
Schon reagiert? Direkt zur Soforthilfe „Ich habe auf einen Link geklickt oder eine Datei geöffnet"Woran erkennst du sie?
- Text ist sprachlich einwandfrei und persönlich formuliert, klassische Erkennungsmerkmale wie Rechtschreibfehler oder falsche Anrede fehlen
- E-Mail nimmt Bezug auf reale, öffentlich auffindbare Details wie Arbeitgeber, kürzliche Veranstaltungen oder echte Geschäftskontakte
- Absenderadresse ist gefälscht oder ähnelt einer bekannten, echten Adresse nur in Details
- Aufforderung, einen Link zu einer gefälschten Login-Seite zu öffnen oder einen Anhang auszuführen
- Massenhafter, automatisierter Versand vieler individuell wirkender Varianten gleichzeitig möglich
- Zeitdruck oder eine plausible, auf die Zielperson zugeschnittene Begründung für die geforderte Handlung
Typischer Ablauf
- Kriminelle sammeln mit KI-Unterstützung automatisiert öffentlich zugängliche Informationen zu Zielpersonen aus sozialen Netzwerken und dem Internet
- Ein KI-Sprachmodell erstellt daraus in kurzer Zeit eine individuell zugeschnittene, sprachlich korrekte Phishing-E-Mail
- Die Mail wird im Namen einer bekannten Person, Behörde oder Firma verschickt und enthält einen schädlichen Link oder Dateianhang
- Empfänger werden auf eine täuschend echt gestaltete, gefälschte Login-Seite geleitet oder zum Öffnen eines infizierten Anhangs bewegt
- Eingegebene Zugangsdaten werden abgegriffen oder Schadsoftware wird installiert
- Die erbeuteten Daten oder der Systemzugriff werden für Identitätsdiebstahl, weitere Betrugsversuche oder finanzielle Schäden genutzt
Typische Formulierungen der Täter
Sinngemäß wiedergegeben, keine wörtlichen Originalzitate.
- „Hallo, schön, dich letzte Woche auf der Konferenz getroffen zu haben – anbei wie besprochen die Unterlagen, bitte kurz mit deinem Firmenlogin bestätigen.“
- „Ihre letzte Bestellung konnte nicht zugestellt werden, bitte aktualisieren Sie Ihre Zahlungsdaten über den folgenden Link.“
Was tun, wenn du schon reagiert hast?
Jetzt zählt Geschwindigkeit
- Nach einem Klick auf einen Link keine Zugangsdaten eingeben, bereits eingegebene Passwörter sofort über ein anderes Gerät ändern
- Nach dem Öffnen eines Anhangs Gerät vom Internet trennen und mit aktueller Sicherheitssoftware prüfen lassen
- Betroffene Konten wie E-Mail, Online-Banking oder Shops auf ungewöhnliche Aktivitäten kontrollieren
- Verdächtige E-Mail nicht beantworten, sondern beim E-Mail-Anbieter oder Arbeitgeber als Phishing melden
- Bei finanziellem Schaden oder Datenmissbrauch Anzeige bei der Polizei erstatten
- Zwei-Faktor-Authentifizierung für wichtige Konten aktivieren, damit ein gestohlenes Passwort allein nicht ausreicht
Verwandte Maschen
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Quellen
- BSI — Threat Intelligence: KI und gegenwärtige Cyberbedrohungen
- BSI — Pressemitteilung: Wie KI die Cyberbedrohungslandschaft verändert
Redaktionell geprüft, Stand 8.8.2026. Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung — bei Rechtsfragen hilft die Soforthilfe-Strecke mit Verweis auf Anwalt und Verbraucherzentrale.