Zum Inhalt springen
Ist das Betrug?
Betrug an Geflüchteten vor-ort whatsapp social-media

Falsche Helfer für Geflüchtete: Geld für Hilfe, die kostenlos zu haben ist

Betrug an Geflüchteten mit falschen Helfern ist eine Betrugsform, bei der Fremde Neuankommenden Wohnung, Arbeit, Übersetzung oder Unterstützung bei Behördengängen anbieten und dafür Gebühren, Vorkasse oder Gegenleistungen verlangen. Tatsächlich gibt es diese Hilfe bei Ämtern, Wohlfahrtsverbänden und Verbraucherzentralen kostenlos — die angebotene Leistung wird nie erbracht.

Schon reagiert? Direkt zur Soforthilfe „Ich habe Geld überwiesen"

Woran erkennst du sie?

  • Ansprache durch fremde Personen an Bahnhöfen, vor Unterkünften, in Ämtern oder über Messenger- und Social-Media-Gruppen
  • Für eine angebliche Wohnungsvermittlung wird eine Gebühr verlangt, obwohl Sozialamt und Wohlfahrtsverbände dabei kostenlos unterstützen
  • Geld wird auch für Leistungen gefordert, die kostenlos sind: Terminvereinbarung bei Behörden, Ausfüllen von Anträgen, Übersetzung oder Begleitung zum Amt
  • Für eine Wohnung sollen Kaution oder Miete vor Besichtigung und Vertragsunterschrift überwiesen werden, Fotos stammen aus anderen Anzeigen
  • Arbeitsangebote werden vorgetäuscht oder Hilfsbereitschaft nur vorgeschützt, in Wahrheit werden andere Ziele verfolgt — die Polizei nennt ausdrücklich Prostitution
  • Es wird verlangt, Ausweisdokumente, Aufenthaltspapiere oder die Bankkarte „zur Bearbeitung“ auszuhändigen
  • Verträge, etwa für Mobilfunk, Internet oder Energie, werden untergeschoben oder in einer Sprache vorgelegt, die die Betroffenen nicht sicher lesen können
  • Es wird Eile erzeugt: Das Angebot gelte nur heute, sonst sei die Wohnung oder der Termin weg
  • Ein prüfbarer Nachweis fehlt: kein Dienstausweis einer Behörde, keine Visitenkarte einer anerkannten Beratungsstelle, keine offizielle Quittung

Typischer Ablauf

  1. Neu angekommene Menschen werden in einer Ausnahmesituation angesprochen — häufig ohne Deutschkenntnisse, ohne Wohnung und ohne Kenntnis der Zuständigkeiten
  2. Die ansprechende Person gibt sich als Helfer, Vermittler, Übersetzer oder Kenner der Behörden aus
  3. Angeboten wird schnelle Hilfe: eine Unterkunft, ein Job, ein Termin beim Amt oder die Erledigung von Papieren
  4. Dafür wird eine Vermittlungsgebühr, eine Kaution oder eine Vorauszahlung verlangt, oft in bar oder per Sofortüberweisung
  5. Nach der Zahlung gibt es keine Wohnung, keinen Job und keinen Termin, die Person ist nicht mehr erreichbar
  6. In anderen Fällen entstehen langfristige Verpflichtungen: unterschriebene Verträge, abgetretene Ansprüche oder ein Abhängigkeitsverhältnis, das ausgenutzt wird

Typische Formulierungen der Täter

Sinngemäß wiedergegeben, keine wörtlichen Originalzitate.

  • „Ich kenne jemanden beim Amt und kann dir sofort einen Termin besorgen — das kostet nur eine kleine Bearbeitungsgebühr.“
  • „Für die Wohnungsvermittlung nehme ich 500 Euro, die Wohnung ist aber nur bis heute Abend frei.“
  • „Überweise die Kaution schon einmal, dann bekommst du den Schlüssel und kannst die Wohnung besichtigen.“
  • „Ich übersetze deine Anträge und gehe mit dir zum Amt, dafür bekomme ich einen Teil deiner Leistungen.“
  • „Gib mir deinen Ausweis und deine Bankkarte, ich erledige den Papierkram für dich.“

Was tun, wenn du schon reagiert hast?

Vollständige Schritt-für-Schritt-Anleitung öffnen →

Verwandte Maschen

Quellen

Redaktionell geprüft, Stand 9.8.2026. Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung — bei Rechtsfragen hilft die Soforthilfe-Strecke mit Verweis auf Anwalt und Verbraucherzentrale.