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Krypto-Wallet-Drainer: Bösartige Smart-Contract-Freigabe bei der Verbindung mit einer Fake-DApp
Der Krypto-Wallet-Drainer ist eine Betrugsform, bei der eine gefälschte oder gekaperte dezentrale Anwendung (DApp) Opfer beim Verbinden ihrer Wallet dazu bringt, eine bösartige Transaktion zu signieren. Die Signatur erteilt einem betrügerischen Smart Contract eine weitreichende Freigabe über gespeicherte Token, mit der die Täter die Wallet anschließend automatisiert leerräumen — oft ohne dass die Seed-Phrase selbst preisgegeben wurde.
Schon reagiert? Direkt zur Soforthilfe „Mein Konto wurde gehackt"Woran erkennst du sie?
- Einladung, die eigene Wallet über „Connect Wallet“ mit einer Website, einem angeblichen NFT-Mint oder einem DeFi-Angebot zu verbinden
- Zur Bestätigung soll eine Transaktion oder Signatur mit ungewöhnlich weitreichenden Berechtigungen freigegeben werden, etwa eine Freigabe für einen unbegrenzten Token-Betrag
- Die angeforderte Berechtigung steht in keinem Verhältnis zur eigentlichen Aktion, etwa wenn für einen angeblich kostenlosen Mint Zugriff auf alle Token in der Wallet verlangt wird
- Bewerbung der Fake-DApp über Anzeigen, kompromittierte Social-Media-Konten bekannter Projekte oder Links in Support-Chats
- Nach der Signatur erfolgt der Abzug der Kryptowerte häufig automatisiert und innerhalb kurzer Zeit
- Laut BSI verursachen solche als „Krypto-Drainer“ bezeichneten Phishing-Angriffe auf digitale Wallets mit Zahlungsmitteln, Kryptowährungen und NFTs im Netz Schäden in Millionenhöhe, mit deutlich steigender Tendenz
Typischer Ablauf
- Täter bewerben eine gefälschte oder gekaperte DApp, einen angeblichen NFT-Mint oder ein DeFi-Angebot über Anzeigen, Social Media oder kompromittierte Projekt-Kanäle
- Das Opfer verbindet die eigene Wallet über die vertraute „Connect Wallet“-Funktion mit der betrügerischen Seite
- Im Hintergrund fordert ein bösartiger Smart Contract eine Signatur an, die als harmlose Bestätigung getarnt ist
- Mit der Signatur erteilt das Opfer dem Contract weitreichenden Zugriff auf Token in der Wallet, ohne die Seed-Phrase selbst preiszugeben
- Die Täter nutzen die erteilte Freigabe, um die Wallet automatisiert zu leeren, oft kurz nach der Signatur
- Betroffene bemerken den Verlust meist erst, wenn sie ihre Wallet erneut öffnen
Typische Formulierungen der Täter
Sinngemäß wiedergegeben, keine wörtlichen Originalzitate.
- „Verbinde deine Wallet, um am exklusiven NFT-Mint teilzunehmen — nur für kurze Zeit verfügbar.“
- Signaturanfrage in der Wallet-App: „Freigabe erteilen für: alle Token (unbegrenzt)“ — oft nur klein oder in technischem Code sichtbar
- „Bestätige die Transaktion, um deine Belohnung zu erhalten.“
Was tun, wenn du schon reagiert hast?
Jetzt zählt Geschwindigkeit
- Sofort alle noch vorhandenen Kryptowerte in eine neue, saubere Wallet mit neu erzeugter Seed-Phrase transferieren
- Erteilte Token-Freigaben über einen Blockchain-Explorer oder die Wallet-Anwendung prüfen und widerrufen
- Verbindung zur betrügerischen Seite trennen und die Wallet nicht erneut mit ihr verbinden
- Vorfall bei der Polizei anzeigen und, soweit vorhanden, bei der Meldestelle für Internetkriminalität des zuständigen Bundeslandes melden
- Da Blockchain-Transaktionen endgültig sind, ist eine Rückerstattung durch die Täter praktisch ausgeschlossen — Vorsicht vor angeblichen kostenpflichtigen „Recovery“-Diensten
Verwandte Maschen
Quellen
- BSI — Newsletter SICHER · INFORMIERT vom 20.06.2024: Krypto-Drainer verursachen Schäden in Millionenhöhe
- BSI — Blockchain & Kryptowährung: Sicherheitsempfehlungen für Wallets
Redaktionell geprüft, Stand 8.8.2026. Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung — bei Rechtsfragen hilft die Soforthilfe-Strecke mit Verweis auf Anwalt und Verbraucherzentrale.