Handwerkerbetrug vor-ort
Umzugsfirma mit Nachforderung: Möbel werden erst gegen mehr Geld herausgegeben
Der Umzugsbetrug mit Nachforderung ist eine Betrugsform, bei der ein Umzugsunternehmen zunächst einen auffällig niedrigen Kostenvoranschlag abgibt, um den Auftrag zu bekommen. Nachdem die Möbel bereits im Lkw verladen sind, verlangt die Firma unter Vorwänden wie angeblich mehr Volumen oder zusätzlichem Aufwand plötzlich eine deutlich höhere Summe und droht, ohne Zahlung nicht auszuliefern oder die Möbel gar nicht erst herauszugeben.
Schon reagiert? Direkt zur Soforthilfe „Ich habe Bargeld oder Wertsachen übergeben"Woran erkennst du sie?
- Anfangsangebot ist auffällig günstig im Vergleich zu anderen Umzugsunternehmen, oft ohne vorherige Besichtigung des Umzugsguts
- Kein detaillierter schriftlicher Kostenvoranschlag mit Aufschlüsselung von Personal, Fahrzeug, Verpackung und Zusatzleistungen
- Firma ist meist nur über eine Mobilfunknummer oder ein Postfach erreichbar, eine ladungsfähige Geschäftsadresse fehlt
- Erst nachdem die Möbel im Lkw verladen sind, wird ein deutlich höherer Betrag gefordert, begründet mit angeblich mehr Kubikmetern oder zusätzlichem Aufwand
- Auslieferung oder Rückgabe der Möbel wird verweigert, solange der neue, höhere Betrag nicht in bar gezahlt wird
- Fahrzeug und Personal wirken bei genauerem Hinsehen nicht zur angegebenen Firma zu gehören
Typischer Ablauf
- Kunde holt ein besonders günstiges Angebot einer Umzugsfirma ein, oft ohne dass vorab jemand die zu transportierende Menge besichtigt hat
- Am Umzugstag werden die Möbel wie vereinbart eingeladen
- Kurz vor oder während der Fahrt verlangt die Firma unter einem Vorwand eine deutlich höhere Summe als ursprünglich vereinbart
- Ohne sofortige Zahlung, meist in bar, wird die Auslieferung am Zielort verweigert oder verzögert
- Kunde zahlt unter dem Druck, die eigenen Möbel sonst nicht mehr zu bekommen, den überhöhten Betrag
- Nach der Zahlung ist die Firma bei späteren Reklamationen, etwa wegen Transportschäden, oft nicht mehr erreichbar
Typische Formulierungen der Täter
Sinngemäß wiedergegeben, keine wörtlichen Originalzitate.
- „Beim Einladen hat sich gezeigt, dass es deutlich mehr Kubikmeter sind als gedacht – ohne Nachzahlung können wir jetzt nicht weiterfahren.“
- „Ihre Möbel stehen bei uns im Lkw, ausgeladen wird erst, wenn die Differenz in bar bezahlt ist.“
- „Der ursprüngliche Preis galt nur für den reinen Transport, Ein- und Auspacken kosten jetzt extra – sonst bleibt alles im Lager.“
Was tun, wenn du schon reagiert hast?
Jetzt zählt Geschwindigkeit
- Nach Möglichkeit vor Ort die Polizei rufen, wenn die Herausgabe der eigenen Möbel verweigert wird
- Zahlung nur unter Vorbehalt und mit schriftlicher Quittung leisten, wenn keine andere Lösung möglich ist
- Firma, Fahrzeugkennzeichen, Namen der Mitarbeiter und den ursprünglichen Kostenvoranschlag dokumentieren
- Anzeige bei der Polizei erstatten und die Verbraucherzentrale einschalten
- Bereits gezahltes Geld zivilrechtlich zurückfordern, unter Umständen mit anwaltlicher Unterstützung
- Künftig grundsätzlich einen schriftlichen, detaillierten Kostenvoranschlag nach vorheriger Besichtigung verlangen und mehrere Angebote vergleichen
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Quellen
- Verbraucherzentrale — Umzugsunternehmen: So fallen Sie nicht auf Umzugs-Abzocker rein
- Verbraucherportal Bayern — Gefälschte Reiseangebote und unseriöse Dienstleister im Internet erkennen
Redaktionell geprüft, Stand 8.8.2026. Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung — bei Rechtsfragen hilft die Soforthilfe-Strecke mit Verweis auf Anwalt und Verbraucherzentrale.