Model-Scouting-Betrug e-mail post vor-ort
Model-Scouting-Betrug: Wenn der Traum vom Modeljob erst mal Geld kostet
Model-Scouting-Betrug ist eine Betrugsform, bei der angebliche Modelagenturen gezielt Jugendliche und junge Erwachsene per E-Mail, Post oder auf der Straße zu vermeintlich kostenlosen Castings einladen und sie dort unter psychologischem Druck zur Unterschrift eines kostenpflichtigen Vertrags für Fotoshootings, Sedcards oder ein Online-Portfolio bewegen, bevor je eine echte Vermittlung stattfindet.
Schon reagiert? Direkt zur Soforthilfe „Ich habe Geld überwiesen"Woran erkennst du sie?
- Einladung zu einem angeblich kostenlosen Casting oder Fotoshooting in einem Hotel, oft mit Verweis darauf, „neue Gesichter“ für Werbung, Musikvideos oder Modekampagnen zu suchen
- Beim Termin wird unter Zeit- und Gruppendruck ein Vertrag über mehrere hundert Euro für Sedcard-Fotos, ein Online-Profil oder die Aufnahme in eine Kartei vorgelegt
- Vertrag läuft meist über zwölf Monate und verlängert sich automatisch, wenn nicht rechtzeitig gekündigt wird
- Vermittelter Auftrag oder tatsächliches Einkommen aus der bezahlten Leistung bleibt aus
- Seriöse Agenturen verlangen keine Vorabgebühren für Setcards, Fotoshootings oder Portfolio-Einträge, sondern verdienen ausschließlich über eine Provision an echten Aufträgen
- Verträge mit Minderjährigen sind ohne Zustimmung der Erziehungsberechtigten unwirksam, diese kann auch nachträglich verweigert werden
Typischer Ablauf
- Interessierte werden per E-Mail, Post oder direkt auf der Straße angesprochen und zu einem angeblich kostenlosen Casting eingeladen
- Beim Termin, oft in einem Hotel, werden die Teilnehmenden mit Komplimenten und dem Versprechen einer Modelkarriere unter Druck gesetzt
- Es wird ein Vertrag über ein kostenpflichtiges Fotoshooting, Sedcards und eine Online-Auflistung vorgelegt und zur sofortigen Unterschrift gedrängt
- Zahlung von mehreren hundert Euro wird direkt vor Ort oder per Rechnung eingefordert
- Nach dem Fotoshooting bleibt die versprochene Vermittlung von Aufträgen aus, der Vertrag verlängert sich nach zwölf Monaten automatisch weiter
- Bei Kündigungsversuchen oder Nichtzahlung folgen Mahnungen, teils wird die Forderung an ein Inkassounternehmen übergeben
Typische Formulierungen der Täter
Sinngemäß wiedergegeben, keine wörtlichen Originalzitate.
- „Wir suchen aktuell neue Gesichter für Werbekampagnen und Musikvideos, dein Foto wurde uns empfohlen.“
- „Das Casting ist völlig kostenlos, komm einfach spontan in unser Hotel in der Innenstadt vorbei.“
- „Um dich professionell vermitteln zu können, benötigen wir zunächst hochwertige Sedcards und einen Eintrag in unserer Kartei.“
Was tun, wenn du schon reagiert hast?
Jetzt zählt Geschwindigkeit
- Vertrag vor jeder Unterschrift in Ruhe zu Hause durchlesen und sich niemals zur sofortigen Unterschrift drängen lassen
- Bei Minderjährigen die Zustimmung der Erziehungsberechtigten einholen beziehungsweise auf deren Unwirksamkeit ohne diese Zustimmung hinweisen
- Bereits unterschriebenen Vertrag innerhalb der gesetzlichen Widerrufsfrist schriftlich widerrufen
- Kündigungsfristen im Kalender notieren, um eine automatische Vertragsverlängerung zu vermeiden
- Bei Mahnungen oder Inkassoforderungen nicht sofort zahlen, sondern den Vertrag von der Verbraucherzentrale oder anwaltlich prüfen lassen
- Verdacht auf unseriöse Agentur bei der Verbraucherzentrale melden
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Quellen
Redaktionell geprüft, Stand 8.8.2026. Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung — bei Rechtsfragen hilft die Soforthilfe-Strecke mit Verweis auf Anwalt und Verbraucherzentrale.