Lieferantenwechsel-Betrug: Gefälschte Bankverbindung
Lieferantenwechsel-Betrug (auch 'Vendor Email Compromise') ist eine Betrugsform, bei der Angreifer eine echte Geschäftsbeziehung ausnutzen und per gefälschter oder kompromittierter Rechnung eine geänderte Bankverbindung mitteilen, sodass reguläre Zahlungen unbemerkt auf ein Betrügerkonto umgeleitet werden.
Das Problem
Die Masche wirkt unauffällig, weil Rechnungsbetrag, Absenderadresse und Formatierung oft exakt der echten Kommunikation entsprechen — nur die IBAN im Anhang wurde geändert. Sie trifft laufende Geschäftsbeziehungen, nicht Erstkontakte, und wird deshalb seltener hinterfragt.
Typischer Ablauf des Angriffs
- Angreifer verschaffen sich Einblick in echte Rechnungskommunikation, häufig durch einen kompromittierten E-Mail-Account einer der beiden Parteien
- Eine Rechnung mit vertrautem Layout wird verschickt oder eine bestehende Rechnung minimal verändert — auffällig ist meist nur die IBAN
- Begleittext erklärt die Änderung beiläufig ('aus buchhalterischen Gründen', 'neue Bank')
- Die erste Zahlung auf das neue Konto läuft unbemerkt durch reguläre Freigabeprozesse, weil Betrag und Rechnungsnummer stimmen
Prozess-Gegenmaßnahme
- Jede Änderung einer Bankverbindung bei einem bestehenden Lieferanten telefonisch über die bekannte Stammnummer bestätigen — nie über die Kontaktdaten aus der Änderungsmitteilung selbst
- IBAN-Abgleich mit dem hinterlegten Stammdatensatz als Pflichtschritt im Freigabeprozess, nicht nur stichprobenartig
- Erste Zahlung auf eine neue Bankverbindung grundsätzlich mit reduziertem Betrag oder zusätzlicher Freigabestufe
- E-Mail-Sicherheit auf beiden Seiten der Geschäftsbeziehung ernst nehmen — Vendor-Email-Compromise beginnt oft mit einem kompromittierten Postfach, nicht beim Empfänger
Quellen
Stand 8.8.2026.